Claude versieht KI-Texte jetzt mit einem unsichtbaren Wasserzeichen
KI-generiertes Bild Anthropic baut in neue Claude-Texte eine unsichtbare Markierung ein, die beim Kopieren erhalten bleibt. Sie erfüllt eine EU-Transparenzpflicht, ist aber kein sicherer Beweis. Was das bedeutet, wenn du KI für deine Texte nutzt.
Wer Claude für Angebote, Website-Texte oder Social-Media-Posts nutzt, sollte eine neue Eigenschaft der Ausgaben kennen. Anthropic markiert von Claude erzeugte Texte seit dem 2. August unsichtbar. Die Markierung ist ein Muster, das direkt in die Wortwahl eingewoben wird, den Sinn und die Lesbarkeit nicht verändert und beim Kopieren und Einfügen erhalten bleibt. Sichtbar ist davon nichts, prüfbar wird die Spur erst mit der passenden Technik.
Öffentlich gemacht hat Anthropic den Schritt am 11. August, als Antwort auf eine Transparenzregel des AI Act. Anthropic hat den freiwilligen Kodex zu Artikel 50 der KI-Verordnung unterzeichnet und setzt die Markierung weltweit um, nicht nur in Europa. Betroffen sind neue Claude-Modelle ab dem 2. August über alle Zugänge hinweg, von claude.ai über die Programmierschnittstelle bis zu den Cloud-Diensten von AWS, Google und Microsoft. Ältere Modelle sollen während der Übergangsfrist nachziehen. Bei Bildern setzt Anthropic auf signierte Herkunftsdaten nach dem offenen C2PA-Standard.
Die Markierung belegt Verarbeitung, nicht Autorschaft
Wichtig ist, was das Zeichen aussagt und was nicht. Ein gefundenes Wasserzeichen ist laut Anthropic ein Hinweis darauf, dass ein Text durch Claude gelaufen ist, aber kein endgültiger Beweis. Umgekehrt heißt ein fehlendes Zeichen nicht, dass keine KI im Spiel war. Wer einen Text stark umschreibt, übersetzt oder mit eigenen Passagen mischt, kann die Spur verwischen. Auch kurze Ausschnitte und ältere Modelle tragen sie nicht zuverlässig. Das Wasserzeichen ist also ein Signal, kein lückenloser Nachweis.
Wenn du KI-Texte als eigene ausgibst, bleibt jetzt eine Spur
Für deinen Betrieb ändert das die Rechtslage nicht, aber die Ausgangslage. Ein Text, den du mit Claude schreibst und unverändert übernimmst, kann später als KI-erzeugt erkennbar sein. Das ist kein Grund, auf KI zu verzichten, sondern einer, sie als Werkzeug und nicht als Ersatz für die eigene Arbeit zu nutzen. Lies jeden Entwurf gegen, ergänze eigene Fakten und Beispiele und gib ihm deine Sprache. Dann steht am Ende deine Arbeit, nicht die einer Maschine. Ein Wasserzeichen im Rohtext spielt dann keine Rolle mehr. Wo eine echte Kennzeichnung nötig ist und wo ein freiwilliger Hinweis klug ist, steht im Beitrag zur KI-Kennzeichnungspflicht seit dem 2. August.
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Diese Meldung im Wochenüberblick: KI-Woche KW 33