KI-News

In 9 Tagen gilt der AI Act für fast alle, aber anders als viele denken

T
Timo Becker ·

Ab dem 2. August 2026 wird die EU-KI-Verordnung weitgehend anwendbar. Für die meisten Betriebe zählen jetzt Transparenzpflichten, die gefürchteten Hochrisiko-Regeln wurden dagegen verschoben.

Am 2. August 2026 wird die EU-KI-Verordnung weitgehend anwendbar. Damit greift der Teil der Regeln, der praktisch jeden Betrieb betrifft, der KI im Alltag einsetzt, vom Chatbot auf der Website bis zum KI-Assistenten im Büro (EU-Kommission zum AI Act).

Die gute Nachricht vorweg. Was ab August für normale Unternehmen gilt, ist deutlich überschaubarer, als viele Schlagzeilen vermuten lassen.

Was ab dem 2. August Pflicht ist

Im Mittelpunkt stehen die Transparenzpflichten. Konkret bedeutet das für deinen Betrieb drei Dinge.

  • KI-Interaktionen müssen erkennbar sein. Ein Chatbot darf sich nicht als Mensch ausgeben. Wer mit deiner KI spricht, muss das wissen können.
  • Dokumentation der eingesetzten Systeme. Du solltest festhalten, welche KI-Systeme in deinem Betrieb laufen und wofür.
  • KI-Schulung der Mitarbeitenden. Wer mit KI-Systemen arbeitet, braucht ein Grundverständnis für deren Möglichkeiten und Grenzen.

Hochrisiko-Pflichten sind verschoben

Die gefürchteten Auflagen für Hochrisiko-Systeme wurden dagegen verschoben, auf den 2. Dezember 2027 und für KI in regulierten Produkten auf den 2. August 2028. Hochrisiko heißt dabei nicht “große KI”, sondern KI, die über Menschen entscheidet, etwa bei Personalauswahl oder Kreditvergabe. Wenn das auf deinen Betrieb nicht zutrifft, hast du bei diesem Thema Zeit gewonnen.

Was heißt das für dich

Wenn auf deiner Website ein Chatbot läuft oder Kunden mit KI-generierten Inhalten interagieren, brauchst du ab August eine ehrliche Kennzeichnung. Das ist in den meisten Fällen ein kleiner Eingriff, ein klarer Hinweis im Chat-Fenster oder im Text reicht oft schon.

Ein pragmatischer Einstieg gelingt in drei Schritten.

  1. Inventur machen. Liste alle KI-Tools auf, die dein Betrieb nutzt, auch die, die Mitarbeitende auf eigene Faust verwenden.
  2. Kundenkontakt prüfen. Wo interagieren Kunden direkt mit KI, und ist das dort erkennbar?
  3. Schulung formlos starten. Eine kurze interne Runde zu Chancen und Grenzen der eingesetzten Tools ist besser als gar nichts und dokumentierbar.

Die Liste aus Schritt 1 ist zugleich der Anfang deiner AI-Act-Dokumentation. Wie Chatbots im Kundenkontakt sinnvoll eingesetzt werden, liest du im Artikel über Chatbots im Kundenservice. Alle Meldungen dieser Woche findest du gebündelt in der KI-Woche KW 30.

Timo Becker

Über den Autor

Timo – KIbizHub

Timo ist Gründer von KIbizHub und beschäftigt sich täglich mit dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Business. Er hilft Unternehmern und Selbständigen dabei, KI-Tools gewinnbringend in ihren Alltag zu integrieren – ohne technisches Vorwissen.